Norddeutschen aus den süddeutschen Staaten, mit deren Verhältnissen man naturgemäss weniger
vertraut als mit den näher gelegenen ist - zu beschaffen, so würde ich ohne grössere Reisen zum
Zwecke eigener Nachforschung in den Bibliotheken des Auslandes das gleiche Material für
Oesterreich, die Schweiz, die russischen Ostseeprovinzen u. s. w., ganz a/jointfilesconvert/330930/bgesehen von der
allerdings geringfügigen anderwärts erscheinenden deutschen Literatur, gar nicht zu sammeln
vermocht haben.
Warum dies nicht geschehen konnte, habe ich bereits oben erwähnt; und ich hoffe, dass diese
Stoffbegrenzung der Ausführung des Ganzen vortheilhaft gewesen ist; denn es wurde so
möglich, das enger begrenzte Gebiet etwas gründlicher durchzuarbeiten, als sonst die Zeit
gestattet hätte. Dass gleichwohl das vorliegende Werk auch in dieser Umrahmung noch viele
Lücken aufzuweisen hat, dessen ist sich wohl Niemand besser als der Verfasser selbst bewusst,
der aus der Art und Weise, wie das Material zusammengetragen und aus der Wahrnehmung, wie
oft zur grössten Ueberraschung solches da zufällig gefunden wurde, wo man es ganz und gar
nicht erwartet hätte, nur zu sehr sich davon überzeugt hat, dass jedes derartige Werk ein
unvollkommenes ist und bleiben muss.
Unter deutschen Autoren sind hier nicht bloss diejenigen zu verstehen, welche, in Deutschland
geboren sind und daselbst gewirkt haben, sondern auch die im Ausland Geborenen, welche
deutsche Erziehung genossen und in Deutschland ein Feld ihrer Thätigkeit gefunden haben,
sowie jene Deutschen, welche, einem Rufe ins Ausland folgend, daselbst den grössten Theil
ihres Lebens oder bis zu ihrem Tode wirksam gewesen sind. Die Anzahl von Gelehrten der
letzteren Kategorie ist namentlich im vorigen und in diesem Jahrhundert sehr gross gewesen, so
dass es ein nicht uninteressantes Thema wäre, diese Art geistiger Ueberproduktion Deutschlands
etwas genauer zu verfolgen, und nachzuweisen, welche Summe intellektuellen Kapitals im Laufe
der letzten zwei Jahrhunderte ans Ausland a/jointfilesconvert/330930/bgegeben worden ist.
Falls Söhne solcher im Auslande wirkender Deutschen daselbst geboren und erzogen worden
sind, auch ihre Kräfte der neuen Heimath ihrer Eltern gewidmet haben, sind
[S. XII:]
sie nicht mehr als Deutsche ins Repertorium aufgenommen worden, So figurirt z. B. der
Tübinger Professor Georg Wolfgang Krafft, welcher Jahre lang an der Akademie in St.
Petersburg thätig gewesen ist, in diesem Repertorium, nicht aber sein Sohn.
In einigen Fällen bin ich freilich im Zweifel gewesen, ob der betreffende Autor aufgenommen
werden soll oder nicht, und es kann wohl vorkommen, dass der eine oder andere Leser alsdann
anderer Meinung sein wird. Ich habe indessen geglaubt, dass eher zuviel als zu wenig hier besser
sei, und will durch Aufnahme in dieses Repertorium zweifelhaft deutsche Meteorologen
durchaus nicht für Deutschland vindiciren.
Auf beinahe grössere Schwierigkeiten stösst die A/jointfilesconvert/330930/bgrenzung des Stoffes, und zwar nach drei
verschiedenen Seiten hin, nach der der reinen Physik, welche den Ausgangspunkt der
Meteorologie und des Erdmagnetismus bildet, sodann nach der entgegengesetzten, der der
praktischen Verwerthung in Land- und Forstwirthschaft, Medicin u. s. w., und schliesslich nach
jener der Physik der Erde oder der physikalischen Geographie.
Ich habe in dieser Beziehung die heilsame Beschränkung mir auferlegt, nur das auf Meteorologie
und Erdmagnetismus sich Beziehende jener Grenzgebiete mit aufzunehmen und namentlich alle
physikalischen Arbeiten, welche erst in weiterer Folge die Entwickelung dieser
Specialdisciplinen beeinflusst haben, ganz bei Seite zu lassen. Um nur zwei Beispiele zu
erwähnen, so sind die so zahlreichen Schriften über die Spannkraft des Wasserdampfes
ausgeschlossen worden, ebenso die Literatur über den Magnetismus von Stahlstäben, obwohl
deren Kenntniss bei meteorologischen bezw, erdmagnetischen Fragen bisweilen nothwendig
werden dürfte. Auch gegenüber der meteorologisch-medicinischen Literatur war grosse
Enthaltsamkeit geboten; dieselbe ist an Schriften originellen Inhalts ziemlich arm und verwerthet
gewöhnlich nur das anderweitig bekannt gewordene meteorologische Material zu medicinischen
Nutzanwendungen.
Kommentare zu diesen Handbüchern