Engel IB240 Bedienungsanleitung Seite 659

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„Die kurfürstliche Akademie der Wissenschaften, aufmerksam auf den gnädigsten Wink ihres
durchlauchtigsten Kurfürsten, und Mitstifters, Höchstwelchem es beliebet, dass meteorologische
Beobachtungen angestellt werden sollen, und bereitet jede nützliche Kenntnis, die entweder
durch Schlüsse oder aus Erfahrungen verschafft wird, aufzunehmen, zu erweitern und
anzuwenden, legt hier dem Publikum die aus verschiedenen Wetterbeobachtungen gesammelten
Anzeigen, und Resultate in Ephemeriden des ersten Jahrganges vor.“
[Sp. 903/904:]
... „Die Anzahl der Herren Observatoren, welche die kurfürstliche Akademie zu
Wetterbeobachtungen aufgefordert hat, ist gross genug, und die Lage der bestimmten Orte
geschickt genug, um die angenehme Hoffnung zu machen, dass Baiern nach Verlauf gewisser
Jahre nebst zuverlässigen Witterungsregeln auch eine genauere Kenntniss seines Klimas erhalten
werde.“
„Und dahin, nicht weiter gehet die Absicht der kurfürstlichen Akademie. Sie setzt zu Gränzen
ihres Unternehmens die Gränzen des Landes, d. i. Ober- und Niederbaierns sammt der obern
Pfalz.“
In dieser Beschränkung unterschied sich also das Unternehmen der Münchener Akademie ganz
wesentlich von dem die ganze Erde umspannenden Beobachtungsnetze der Mannheimer
Societät.
Von den anfangs ausgewählten 35 Beobachtungsorten, die zum weitaus grössten Theile Klöster,
Stifte und andere geistliche Heimstätten waren, sind 11 gar nicht in Funktion getreten,
wenigstens sind keine Beobachtungen von ihnen bekannt gegeben worden, während später noch
einige andere Stationen hinzukamen. Im 4. Jahrgange (1784) betrug ihre Zahl 21, im 9. und
letzten (1789) nur noch 16. Dass die Resultate der Beobtungen in nur sehr beschränktem
Umfange zur Veröffentlichung gelangten, habe ich bei München (A) 2 bereits ausgeführt: der
letzte Band, welcher die Regensburger Beobachtungen in extenso und von den
Barometerständen zu Raitenhaslach, Tegernsee und Hohenpeissenberg graphische Darstellungen
wiedergiebt, versprach eine sachgemässere Ausnützung des Materials, als sie Epp in den acht
ersten Jahrgängen geübt hatte. Leider war es der letzte. Er schliesst mit „Einigen Blicken über
das Ganze, in Rücksicht der Lage Baierns“, einer Art erster Klimatologie des Königreiches.
Bemerkenswerth erscheint mir noch die erstmalige Konstatirung der Thatsache, dass im kalten
Winter 1788/89 die Lufttemperatur an einzelnen Tagen wie im Mittel auf den hoch gelegenen
Stationen höher als an Orten der oberbayerischen Ebene war, dass „in den Sommermonaten die
Donnerwetter gewöhnlich an solchen Tagen entstehen, wo sich das Barometer einem Minimum
nähert, und dass es an solchen Tagen schleuniger als sonst fällt, bis es endlich beim Ausbruche
des Gewitters zu steigen anfängt“, sowie die auf pp. 239, 240 gegebenen allgemeinen Resultate
über die Barometerveränderungen.
Dass übrigens die Beobachtungen auf der Mehrzahl der Stationen bis Ende der neunziger Jahre
fortgeführt wurden, gebt aus einer Mittheilung Lamont’s [56 p. 118] hervor, wonach ältere
Beobachtungen unter den Papieren der Akademie in München aufgefunden und der Sternwarte
zugewiesen wurden.
Nach dem Aufhören der Münchener und Mannheimer akademisch-meteorologischen
Gesellschaften wurde innerhalb der bayerischen Akademie zuerst wieder im Jahre 1809 die
Neubegründung eines ähnlichen Beobachtungsnetzes in Anregung gebracht, und, insbesondere
auf Betreiben des damaligen Klassensekretairs von Moll, eine eigene Kommission zu diesem
Behufe eingesetzt. Bis zum Juli 1813 hielt dieselbe fünf Sitzungen ab und einigte sich dahin, der
Regierung folgende Vorschläge zu machen:
1. Einrichtung von zwei Hauptstationen in München und auf dem Hohenpeissenberge,
ausgerüstet mit Barometer, Thermometer, Hygrometer, Hyetometer, Manometer [!],
Anemometer, Luftelektrometer, Kyanometer und Instrumenten zur Beobachtung der Refraktion.
2. Einrichtung von zwölf Nebenstationen, an denen Barometer, Thermometer, Hygrometer,
Hyetometer und Anemoskope [Windfahnen] aufgestellt werden sollten.
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