Engel IB240 Bedienungsanleitung Seite 680

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urtheilung von Dürre, Misswachs, Verschiedenheit der Kornpreise, Anwendung auf Schifffahrt -
und doch ist ohne Geld nichts, gar nichts zu thun! Die Person, welche von solchen Dingen am
meisten weiss, sich enthusiastisch ihnen widmen möchte - Mahlmann - stirbt vor Hunger, da den
unglücklichen jungen Mann eine Halsschwindsucht gezwungen hat, die kleine innegehabte
Schulstelle aufzugeben. Wenn man diesen Mahlmann, der die herrlichen Tabellen über
Temperatur herausgegeben (eine Arbeit, wie sie keine Nation aufzuweisen hat), doch in einem
Bureau beschäftigen könnte, wo er 300 Thlr. gewänne! Aber zu allem gehören Fonds!“
Dieterici antwortete sogleich, dass er für die Anregung sehr dankbar sei und dass es allerdings
zur Kenntniss des Landes gehöre, von dessen Klima unterrichtet zu sein. Darauf setzte er sich
mit Mahlmann in Verbindung, welcher den Plan für die Organisation und die erste Instruktion,
letztere unter besonderer Durchberathung mit A. v. Humboldt, entwarf, so dass er am 17.
December 1845 dem königlichen Praesidenten des Handelsamtes, v. Rönne, ein diesbezügliches
Promemoria einreichen konnte, welches A. v. Humboldt mit folgendem Schreiben begleitete:
„Ew. Hochwohlgeboren werden gern verzeihen, wenn ich wegen des innigen Zusammenhangs,
in dem unläugbar alle klimatischen Veränderungen und meteorologischen Prozesse mit den
Kornpreisen und einem grossen Theile der Gewerbe stehen, die gewogentliche Unterstützung
des Herrn Praesidenten des Handelsamtes für ein Institut erbitte, das ich in meinem Vaterlande
gegründet wünsche. Wärme und Feuchtigkeit sind die wichtigsten Elemente des Pflanzenlebens
und, ohne numerische Angaben des Maasses ihrer Veränderungen in verschiedenen Jahren, den
Küsten nahe, oder im Innern des ebenen oder bergigen Landes, ist alles Raisonnement über die
Ursachen des Misswuchses ein leeres Gespräch. In keiner Region wird soviel über Dürre
geklagt, als bei uns, und im ganzen Deutschland sind Regenmessungen häufiger, als in dem
Preussischen Staate. Einzelne Punkte, wie die vortrefflichen Beobachtungen, die in den
königlichen Garten, seit einem Jahre, bei verschiedener Windesrichtung in Potsdam, länger
schon von einer Privatperson in Leipzig angestellt worden sind, können recht wichtig werden,
wenn sie mit anderen vergleichbar werden. Unvorsichtige Entholzung der Höhen hat nicht bloss,
wie genaue Pegelmessungen und Berechnungen des Professors Berghaus lehren, seit 40 Jahren
die Wassermengen der Oder, der Ebe und des Rheins. gleichmässig verändert, es hat auch durch
Kultur des Bodens die allgemeine Luftfeuchtigkeit a/jointfilesconvert/330930/bgenommen. Wo man im westlichen
Frankreich z. B. durch fleissige Beobachtungen die Menge des gefallenen Regens 32 Jahre lang
hat messen können, ist gefunden worden, dass in den 8 Monaten von Februar bis September die
Regenmenge ungefähr dieselbe geblieben ist, während sie in den 4 Monaten von October bis
Januar nach einer wichtigen Arbeit über die Klimate von Fleurian de Bellevue in La Rochelle um
volle 33 pro Cent a/jointfilesconvert/330930/bgenommen hat. Als man neuerlichst in Belgien die Frage hat untersuchen
wollen, ob die zunehmende mittlere Feuchtigkeit gewisser Monate Hauptursache des
unglücklichen Missrathens der Kartoffeln sein könnten, ist es dem Physiker und Astronomen
Quetelet in Brüssel möglich gewesen, den mittleren Zustand der Jahreszeiten von 18 Jahren und
in mehr als 12 Punkten, wo in diesem industriösen Lande Temperatur und Feuchtigkeit
gemessen worden, zu vergleichen. In dem Preussischen Staate fehlen alle numerischen Elemente
zu solchen Vergleichungen! Es liegt so eben mir vor der 58ste Bericht (annual Reports), der von
den Regents of the University der Legislatur des ackerbauenden Staats von New York über die
klimatischen Verhältnisse des Landes a/jointfilesconvert/330930/bgestattet worden ist. Es ist möglich gewesen die Jahre
1829 bis 1844 einzeln aufzuführen, die Perioden des frühesten Ausschlagens der Bäume
anzugeben, ja aus 22jährigen Beobachtungen die mittlere Temperatur jedes einzelnen Tages im
Jahre zu bestimmen. In dem weiten Russischen Reiche ist seit 1830 auf meinen Vorschlag ein
grosses meteorologisches Institut zu Stande gekommen, dessen Central-Bureau in Petersburg ist
und das neben den magnetischen Beobachtungen, von Nertschinsk und dem Balkal-See bis
Moskau, von Aabo bis Odessa und Astrachan in zahlreichen Stationen Luftdruck, Temperatur,
Feuchtigkeit der Luft und Regenmenge beobachten lässt. In Berlin hat im ganzen vorigen Jahre
mit eisernem Fleisse der sehr verdienstvolle Buchhalter Schneider (Magazinstrasse No. 17) jeden
Tag 5 mal Thermometer, Barometer, Windrichtung und das Augustsche Psychrometer zur
Berechnung der Luftfeuchtigkeit beobachtet, und mit der Sterblichkeit in jedem Alter und
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