
Die hohe Schule zu Lautern war die erste öffentliche Anstalt, die sich mit uns zur
gemeinschaftlichen Bearbeitung dieser nüzlichen Wissenschaft verschwisterte. Noch im Jahr 78
erhielt ich diese schätzbare Versicherung von ihrem würdigen Vorsteher, Herrn Regierungsrath
Medicus, und von deren verdienstvollen Lehrern Succow und Jung und schon mit dem Anfange
des folgenden Jahrs ward ihr Versprechen erfüllt.
Dalberg, dieser edle teutsche Mann, den die Erfurter Musen als ihren Vorsteher und als den
Schöpfer ihres Wohlseyns seegnen, fühlte kaum den Werth dieser Wissenschaft, als er ihr
sogleich einen Altar aufrichtete und Planer zu ihrem Priester weihete! als er sie durch sein
Ansehen und seine Würde gehoben nach Bamberg
und Würzburg leitete und auf diesen
blühenden Sizen der Musen ihnen thätige Freunde erwarb; als er selbst in den wenigen Stunden
der Erholung für die Erweiterung sann
und würckte, und in den ehrwürdigen Versammlungen
seiner wissenschafftlichen Freunde sich öffentlich als ihren Vervollkommener und Beförderer
darstellte.
Auch in den Heiligthümern der Wissenschafften zu Mannheim
und München redeten Männer
voll Geist, aus Gefühl des Werths dieser Wissenschaft mit Einsicht und Kraft für die Aufnahme
und Bearbeitung der Witterungs-Kunde und erwärmten ihre Mitbürger zu ähnlichen Gefühlen
[vgl. Mannheim I
und Epp 2]. Die Academie in Baiern ermunterte die Gelehrten, über den
Einfluss des Mondes auf den Gang des Barometers nachzudenken und dessen Wirklichkeit und
Gesätze
richtiger zu bestimmen
1
); und die Königliche Gesellschafft zu Coppenhagen that
ähnliche Ermunterungen zur Vervollkommnung der Eudiometer
; und beyde suchten den Eifer
durch dargebothene ansehnliche Preise zu beleben. - - -
Karl Theodor, der Pfälzer und der Bayern weiser Churfürst, den Künste und Wissenschafften im
frohesten Reihentanz umschweben, veranstaltete im Jahr 79 in seinem Schlosse zu Mannheim
eine vollständige Einrichtung für alle Arten von Wetterbeobachtungen, die der prächtigen
Freygebigkeit des Fürsten und und den Bemühungen des Gelehrten [Hemmer], dem die
Ausführung übertragen wird, in den Augen jeden Kenners gleichviele Ehre machen! So offenbar,
so gross diese fürstliche Unterstützung für die Witterungskunde war, so erhielten sie doch schon
in folgenden Jahre einen neuen Beweis von der unbegränzten Gnade diesen Prinzens. Es ward
nähmlich auf dessen unmittelbaren Wink in eben dieser seiner Hauptstadt eine Witterungs-
Gesellschaft gestiftet, deren Mitglieder in allen Weltheilen zerstreuet sind. - - - - - -
So viele und so ermunternde Vorgänge an den verschiedenen Ufern des Rheins stimmten die
tiefblickenden Seelen von Sachsens guten Regenten zu ähnlichen Entschlüssen. - - -
Ernst Ludwig von Gotha und Carl August von Weimar, diese erklärten Freunde und Beschüzer
jeder nüzlichen Kenntniss von deren fürstlichen Gesinnungen schon so viele und so grosse
Veranstaltungen zeugen, wurden fast zu gleicher Zeit, kraftvolle Beförderer der Witterungs-
Kunde. Auf ihren Wink wurden in den Herzogthümern Gotha, Altenburg, Weimar und Eisenach
an den schicklichsten Oertern die Veranstaltungen zu genauenBeobachtungen gemacht, und alles
den Vorschriften von Carlsruhe und Mannheim gemäss eingerichtet [Böckmann citirt: Jenaische
Gel. Zeit. St. 1781; von diesen Beobb. ist mir nichts bekannt geworden.] Ja nach der
ausdrücklichen gnädigsten Aeusserung des vortrefflichen Herzogs von Weimar erhält unser
meteorologisches Archiv schon seit dem Anfang dieses Jahres die monatlichen Beobachtungen
aus dessen sämtlichen Ländern, als einen sehr kostbaren Schaz.“ ...
Weiter erwähnt Böckmann, dass i. J. 1780 auch Holland’s „erste Aerzte“ im Haag zu einer
Witterungs-Gesellschaft zusammengetreten seien.
Aus der von J. L. Böckmann eingerichteten „Baadischen Witternngsanstalt“ scheint, nichts
Erspriessliches hervorgegangen zu sein; denn ausser der von ihm zu Karlsruhe selbst geführten
Beobachtungsreihe, welche seit 1800 der Sohn Karl Wil-
1) Wie auf Spalte 683 das Sachregister, Artikel Mond, zeigt, ohne besonderen Erfolg.
[Sp. 891/892:]
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