Engel IB240 Bedienungsanleitung Seite 681

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beiderlei Geschlechtern zusammengestellt. Die medicinische Topographie von Berlin, die wegen
Mangel meteorologischer Beobachtungen sehr im Argen liegt, kann aus einer solchen Arbeit erst
Resultate ziehen, wenn der Staat dieselbe 10 bis 15 Jahre hinter einander unterstützt. Es ist hier
einer der glücklichen Fälle, wo die Erweiterung wissenschaftlicher Kenntnisse unmittelbar mit
dem practischen Nutzen für Ackerbau Gewerbe und Medicinalwesen zusammenhängt.
Meine Wünsche habe ich schon seit Jahren meinem Freunde, dem Director des
[Sp. 943/944:]
statistischen Büreaus, Geh. Rath Dieterici mitgetheilt. Das neue meteorologische Institut ist am
natürlichsten mit diesem Büreau verbunden. Auf Ihre gewogentliche freundliche Mitwirkung
darf ich, theuerster Herr Praesident, gewiss rechnen. Zu dem Pro memoria, das der G. R.
Dieterici Ihnen einreicht, habe ich Nichts hinzuzusetzen, da es allen Bedürfnissen entspricht. Des
huldvollen Schutzes Sr. Majestät dürfen wir uns erfreuen. Möchten es Ew. Hochwohlgeboren
geeignet finden, Ihren Anträgen bei Sr. Majestät auch diese wenigen Zeilen beizufügen. An dem
Dr. Mahlmann, dessen vortreffliche Arbeit über die Vertheilung der Wärme auf dem Erdkörper
auch im Auslande belobt ist, wird das Institut eine thätige Hülfe finden.“
Nachdem am 9. Januar 1846 der König genehmigt hatte, dass mit der beabsichtigten Einrichtung
vorgegangen werden könnte und der Finanzminister die zunächst nöthigen Summen extraordinär
angewiesen, ging Mahlmann
mit grossem Eifer und vielem Geschick an die Einleitung der
Unterhandlungen. Er bestellte die nöthigen Instrumente, besprach sich mit den gewählten
Beobachtern und arbeitete die Instruktion aus, welche nahezu 30 Jahre lang befolgt worden ist
1
).
Die Wahl der Beobachtungsstunden gab zu vielen Besprechungen mit Humboldt, Magnus,
Poggendorff und Dove Veranlassung, welche alle verschiedener Meinung waren; Mahlmann’s
Vorschlag, die Stunden 6. 2. 10 zu wählen, wurde schliesslich acceptirt. Um diesen Stunden
allgemeinere Verbreitung zu verschaffen und zugleich eine Vereinigung aller deutschen und
österreichischen Beobachtungssysteme anzubahnen, wandte sich Mahlmann schon im Jahre
1846 an Plieninger in Stuttgart, Stieffel in Karlsruhe, Lamont in München, v. Littrow in Wien
und Kreil in Prag, um Einheit in den Beobachtungen herbeizuführen. „Vielleicht gelingt es,
wenn schon die Geldmittel von verschiedenen Staaten oder Gesellschaften geliefert werden,
dennoch ein einziges grosses System von Beobachtungsstationen mit einerlei Methode in einem
bedeutenden Theile Deutschlands hervorzurufen
2
).“
Am 2. Oktober 1847 wurde unter Vorlegung eines Etatsentwurfes an den König berichtet, und
das Königliche meteorologische Institut, unter Einfügung in das Königliche statistische Bureau,
durch Kabinetsordre vom 17. Oktober 1847 definitiv genehmigt. Es bildet dasselbe bis auf die
Gegenwart eine eigene wissenschaftliche Abtheilung des statistischen Bureau’s, mit dem es
räumlich und administrativ verbunden ist.
Mahlmann machte Reisen, um die Stationen persönlich einzurichten und zu kontroliren, und kam
bei dieser Gelegenheit nach Breslau, wo er unerwartet erkrankte und am 8. December 1848
plötzlich verstarb. An seine Stelle trat im Januar 1849 Dove, welcher die weitere Entwicklung
des Instituts bis zu seinem 1879 erfolgten Tode geleitet hat. Die Zahl der Stationen, welche
Anfangs einige 20 betrug, vermehrte sich bald, zumal aus preussischen und nichtpreussischen
Gebieten Norddeutschlands auch freiwillige Beobachter dem Systeme sich anschlossen, und
später Mecklenburg, Oldenburg, Hannover und einige thüringische Staaten in den Verband des
preussischen Netzes eintraten. Da Dove auch mit den Leitern des sächsischen,
württembergischen und badischen Beobachtungsnetzes die Mittheilung einer Auswahl von ihrem
Beobachtungsmaterial verabredet hatte, so gelangte in den Publikationen des preussischen
meteorologischen Instituts, wenigstens in Uebersichten, ziemlich alles zur Veröffentlichung, was
von meteorologischen Beobachtungen in Deutschland vorhanden war [Berlin (C)]. Im Jahre
1879, als an Dove’s Stelle Arndt getreten war, wurde auf mein Betreiben der Anschluss an die
internationalen Vereinbarungen der Meteorologenkongresse herbeigeführt und die bisherige
Publikationsform dementsprechend geändert. Der Jahrgang 1881, welcher von dem Herausgeber
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